Wie entsteht eine Blutvergiftung?
Wodurch entsteht eine Blutvergiftung? Meines Wissens kann man sich dagegen nicht impfen lassen, obwohl das teilweise behauptet wird. Früher hatt man Angst vor rostigen Gegenständen (Nägel etc.). In den Gartencentern werden rostig aussehende Figuren etc. verkauft. Ist das Rost und kann man sich eine Blutvergiftung zuziehen, wenn man mit einer Hautverletzung diese Figuren anfasst?
Schwere Infektionen können zu einer Ausschwemmung von Bakterien ins Blut führen. Damit wird die lokalisierte Erkrankung, etwa eine Lungenentzündung, eine Blasenentzündung oder ein Hauteiterung, zu einer den ganzen Körper betreffenden Krankheit. Nun spricht man von einer Blutvergiftung. Hinweisend auf eine Blutvergiftung sind akute Fieberschübe, Schüttelfrost oder ein Blutdruckabfall mit Anstieg von Puls und Atemfrequenz. Der Fachbegriff für diesen Zustand heisst Sepsis. Aber auch Verwirrtheit oder Schläfrigkeit können Zeichen einer Blutvergiftung sein.
Eine Blutvergiftung ist ein lebensbedrohlicher Zustand, vor allem wenn das eigene Immunsystem - und damit die Gegenwehr - geschwächt ist. Dies geschieht zum Beispiel durch Zuckerkrankheit, eine Chemotherapie, das Immunsystem unterdrückende Rheuma-Medikamente oder eine Milzentfernung.
Ein notfallmässiger Arztbesuch mit baldmöglichster Antibiotikagabe ist nun zwingend. In den meisten Fällen erfolgt eine Hospitalisation. Aus einer Blutentnahme können die ursächlichen Bakterien gezüchtet und identifiziert werden. Damit ist im Verlauf eine gezielte, möglichst nur den Krankheitskeim treffende Antibiotikagabe möglich. Durch ein möglichst schmales Spektrum (manchmal reicht das gute alte Penicillin) können Resistenzentwicklung und Antibiotika-bedingte Durchfälle vermindert werden.
Sind rostige Nägel gefährlich? Stichverletzungen an Händen und Füssen, etwa durch das Eintreten eines Nagels, werden häufig unterschätzt. Selbst wenn die oberflächliche Verletzung wenig eindrücklich aussieht, können in der Tiefe Sehnenscheiden, Bänder oder gar Gelenkkapseln verletzt werden. In diesen Strukturen können sich eingeschleppte Bakterien ausbreiten und zu Eiterungen führen. Nicht selten kommt es dabei innert Stunden zu einer fulminanten Entzündung mit Rötung, Schwellung und starken Schmerzen. Hier hilft dann nur noch eine chirurgische Säuberung.
Die eingeschleppten Bakterien stammen primär von der Haut (sind also unsere eigenen), aber auch aus der Erdboden. Rostige Nägel sind häufig mit Pseudomonas aeruginosa besiedelt, einem Umweltkeim, der aufgrund seiner Resistenzen eine spezielle Antibiotikatherapie erfordert.
Zur Verhinderung oder Früherkennung solcher Komplikationen empfiehlt sich bei Stichverletzungen eine Kontrolle beim Hausarzt. Er wird das Risiko im Gewebe verbliebener Fremdkörper wie Holz- oder Glassplitter oder Dornen sowie die Notwendigkeit einer vorsorglichen Antibiotikatherapie abschätzen und eine Starrkrampf-Impfung vornehmen. Auch Tetanus-Sporen können nämlich mit der Stichverletzung ins Gewebe gelangen, um sich dort in Nervengift-produzierende Bakterien zu wandeln, die Muskeln in Krämpfen erstarren lassen. Rost ist insofern gefährlich, als auch Bakterien für ihr Wachstum auf Eisen angewiesen sind. Gewisse Infekte werden durch Eisengabe richtiggehend stimuliert.
Quelle: Gesundheit Aargau
Letztes Update: 30.01.2012, 09:16 Uhr






