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Zirkusse bald ohne Elefanten?

Franco Knie mit der Elefantenkuh Sabu.  Quelle: AZ
Franco Knie mit der Elefantenkuh Sabu. Quelle: AZ

Biologen fordern: Elefanten haben in der Manege nichts mehr zu suchen. Wildbiologe Fred Kurt befürchtet sogar, dass ein weiterer Vorfall nicht mehr so glimpflich ablaufen wird.

Michael Walther

Die Elefantenkuh Sabu ist nicht mehr mit dem Zirkus Knie auf Tournee. Nachdem sie zwei Mal ausgerissen ist, soll sie sich im Winterquartier in Rapperswil SG ausruhen. Geht es nach Elefanten-Experte und Wildbiologe Fred Kurt, werden bald gar keine Elefanten mehr mit dem Nationalzirkus durch die Schweiz ziehen. «Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis in der Manege keine Elefanten mehr zu sehen sein werden.»

Die Ausflüge von Sabu sind für Fred Kurt ein Zeichen, dass Elefanten in einem Zirkus fehl am Platz sind. Gerade weil der Circus Knie die Elefanten vergleichsweise sanft behandle, komme es zu Problemen. «Die Elefanten erlauben sich zu viel» sagt Kurt. Das habe auch mit der Natur der Tiere zu tun: «Mit zunehmendem Alter werden Elefanten dickköpfig». Er empfiehlt dem Circus Knie, aus den Vorfällen die Lehre zu ziehen, ganz auf die Elefanten im Programm zu verzichten. Elefanten-Kenner Kurt befürchtet, dass ein weiterer Vorfall nicht mehr so glimpflich ablaufen wird: «Elefanten auf der Flucht in einer Stadt sind sehr gefährlich.»

«Sabu war nicht aggressiv»

Beim Circus Knie ist das Bewusstsein vorhanden, dass sich etwas ändern muss: «Die Sicherheitsvorkehrungen müssen verstärkt werden», sagt Kurt Müller, Kurator beim Zirkus Knie. Wie dies aussehen soll, ist noch unklar. Am Umgang mit den Elefanten werde aber nichts geändert. Im Gegenteil: Laut Kurator Müller hätten gerade die Ausflüge gezeigt, dass die Elefantenkuh genau richtig trainiert worden sei: «Sabu war nicht aggressiv, weil sie dank unserem Training keine schlechten Erfahrungen mit Menschen gemacht hat.» Auf die Elefanten in der Zirkusmanege wolle man auch in Zukunft nicht verzichten, sagt Müller.

Diese Haltung stösst bei Biologen auf Unverständnis. Für Andreas Moser, den bekannten Tierexperten von SF Netz Natur, ist klar: «Zirkusshows mit Elefanten sind nicht mehr zeitgemäss.» Er wendet sich grundsätzlich gegen das Halten von Wildtieren in Zirkussen: «Die Dominanz des Menschen über die Tiere schwingt beim Zirkus immer mit. Was mit dem Tanzbären begann, findet sich heute im Zirkus.»

Der Elefantenexperte Fred Kurt pflichtet ihm bei: «Elefanten waren einmal ein Symbol der Herrschaft des weissen Mannes über den schwarzen. Die Zeit, in der diese Tiere vor dem Menschen das Männchen machen, müsste eigentlich vorbei sein.» Beim Zirkus Knie will man davon nichts wissen, wie Kurator Müller klar macht. Man habe eine grosse Erfahrung im Umgang mit Elefanten.

Quelle: Sonntag

Letztes Update: 13.06.10, 11:34 Uhr

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15 Kommentare zum Thema:
Anonymer User: hoppla
15.06.10 00:58 Uhr
@Landvögti: Gute Frage - schwierige Antwort! Man hätte eben schon ihre Eltern, bzw. ihre Grosseltern, bzw. ihre Urgrosseltern, bzw. ihre Ururgrosseltern dort lassen sollen, wo sie geboren wurden. Sabu kann man sicher nicht in den Urwald verbannen. Vielleicht haben ja die gescheiten Leute, die nach wie vor Wildtiere einfliegen, eine Lösung für solche "Notfälle"?
Anonymer User: Mervin
13.06.10 17:40 Uhr
Ja ja Verbot hier, Verbot da, was sind diese Linken und Grünen doch für eine freudlose Gesellschaft! Wegen eines solchen Verbots wird kein Tier mehr in Freiheit leben, aber Hauptsache man kann "zwängele" und "zleidwärche", darum gehts doch diesen Brüdern und Schwestern und sonst um gar nichts. Verbieten wir doch gleich auch noch Hunde, Katzen, Goldfische, Zwerghäschen, Meersäuli etc etc...... , es gibt noch viel zu tun, liebe Gutmenschen, packen wirs an!!!
Anonymer User: Anonymer
13.06.10 11:52 Uhr
Die Tiere soll mann immer in Ruhe lasen sie gehören auch zu uns
Anonymer User: Landvögti
13.06.10 11:41 Uhr
@hoppla: Was würden Sie mit Sabu, welche nicht "frei" geboren wurde, jetzt machen?
Anonymer User: hoppla
11.06.10 17:44 Uhr
Bravo Sabu! Denen hast du gezeigt, wie intelligent Elefanten sein können. Hoffentlich musst du jetzt nicht bis ans Ende deiner Tage hinter hohen Gittern verbringen. Leider kannst du nicht lesen, aber ich wünsche dir trotzdem alles Gute und bis zum nächsten Mal!
Anonymer User: El Efant
10.06.10 13:44 Uhr
Vorsicht auf der Strasse;-)

http://www.facebook.com/SlowDown.TakeItEasy?ref=ts
Anonymer User: unheilfuerchtender Schweizer
10.06.10 10:34 Uhr
Also zwischen Kinderlachen- Singen- Weinen und nerventötendem, stundenlagem Kindergequitsche, z.B. wegen der dämlichen Trampolins in Privatgärten, mache ich dann schon noch einen gewaltigen Unterschied. Das ist Lärmbelästigung in Reinkultur.
Anonymer User: wild geworden ?
10.06.10 08:59 Uhr
Im Gegenteil sie tat das, was sie sonst in Begleitung tut, ein Spaziergang durch Zürich, jetzt halt Wettingen, niemanden Leid getan, einfach Freiheit genossen.. bis der schützende Wärter kam und sie wieder in den Stall zurück führte. Natur lässt sich nicht zähmen in enge Schubladen zwingen, das sollte uns eine Lehre sein und unsern Kindern mehr Bewegungsfreiheit gönnen Kinderlachen sollte nicht länger zur Lärmbelästitung werden,
Anonymer User: Die Büxe der Pandora
10.06.10 08:56 Uhr
öffnet sich täglich weiter...
Anonymer User: Da hat jemand aber Lunte gerochen
10.06.10 08:54 Uhr
wer einmal die Freiheit entdeckt hat - lässt sich schwer wieder hinter Gittern halten. Auch wenn noch soviel Pflegebemühungen erbracht werden, Geht es uns nicht ähnlich, mit unserer demokratischen Freiheit? Sabu emanziperte Elefantendame macht vor, wovor sich der Mensch eher fürchten. sie bricht aus aus dem ewigen Trott 24/7 bravo Sabu weiter so vorbildlich..si hält ihre Pfleger im Schuss. Bewegung tut Not.
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