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Wann ist eigentlich der Bundesfeiertag?
Zwei Teams, die sich in Sachen Staatskunde duellieren: Auf dem Marktplatz fand am Samstag ein Wettbewerb der politischen Sorte statt. Die Jungfreisinnigen wollten damit auf die Forderung nach einem Schulfach für Staatskunde aufmerksam machen.
Toprak Yerguz
«Es ist möglich, durch die Schulkarriere zu gehen, ohne die Staatskunde je behandelt zu haben», erklärte Präsident Luca Urgese zu den Beweggründen der Jungfreisinnigen für die Standaktion. Die Folge davon seien geringe Kenntnisse auf diesem Gebiet und ein mangelndes Interesse am politischen Geschehen. Dies sei «ein entscheidender Grund» für die Stimmbeteiligung bei Wahlen und Abstimmungen, die bisweilen «bedenklich tief» sei, fand er.
Die Jungfreisinnigen haben für ihre Aktion Fragen zusammengestellt, die zwei gegnerischen Teams bestehend aus Passanten gestellt wurden. Wer am Schluss mehr Fragen beantwortet hat, durfte ein von der Partei kreiertes Diplom und Süssigkeiten in Empfang nehmen. Die politische Botschaft wurde mit einem Augenzwinkern vermittelt. Das für nichts ausser der persönlichen Befriedigung zu gebrauchende Diplom bescheinigt dem Teilnehmer, «schwierige, nahezu unlösbare Fragen» erfolgreich beantwortet zu haben.
Staatskunde soll in den Lehrplan 21
Ganz so schlimm war es dann aber nicht: «Wie viele Regierungsräte hat Basel-Stadt?» oder «Wann ist der Bundesfeiertag?» waren zwei der einfachsten Fragen. Etwas langsamer kamen die Antworten allerdings, als die Teams gebeten wurden, den Unterschied zwischen Majorz und Proporz zu erklären. Die Standaktion untermauerte eine Forderung, die nicht neu ist: Im Grossen Rat wartet man auf die Antwort der Regierung auf einen vor über zwei Jahren eingereichten Anzug. SP-Grossrat Tobit Schäfer und 15 weitere Grossräte von links bis rechts forderten darin den Regierungsrat auf, die Aufnahme eines Schulfachs «Politik, Wirtschaft und Recht» in den letzten zwei Jahren der obligatorischen Schulzeit zu prüfen.
Urgese vermutet, dass die Regierung in ihrer Antwort mit dem interkantonalen Lehrplan 21 argumentieren wird, der bis Mai in der Vernehmlassung war. Ein detaillierter Bericht dazu wird gegen Ende Jahr erwartet. «Das Erziehungsdepartement wird sagen, dass es keinen kantonalen Alleingang geben wird», sagte Urgese. Die Jungfreisinnigen teilen zwar das Bestreben nach einer nationalen Lösung, wollen aber mehr Druck aufsetzen: «Es soll im Lehrplan 21 klar verankert werden, welches Fach auf welcher Stufe die Staatskunde vermitteln wird», forderte Urgese. Ansonsten bestehe die Gefahr, dass die Vermittlung der Staatskunde abhängig sei vom Engagement einzelner Lehrer.
Sollte es zu keinem befriedigenden Resultat für die Jungfreisinnigen kommen, könnte es zu einer Initiative kommen: «Wir werden davor nicht zurückschrecken. Die Chancen sind gut, dass wir 3000 Unterschriften für eine Volksinitiative zusammenkriegen.» Nach der relativ wuchtig verweigerten Herabsetzung des Stimmrechtsalters auf 16 Jahre im Kanton Basel-Stadt sehen sich die Jungfreisinnigen in ihrer Forderung bestätigt. Urgese sagte: «Wir waren und sind immer noch gegen die Herabsetzung. Zuerst kommt die politische Bildung und dann das Stimmrecht mit 18.»
Quelle: Basellandschaftliche Zeitung
Letztes Update: 20.09.09, 19:54 Uhr








