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Streit um Baumängel bei Letzigrund eskaliert

Der Zuercher Stadrat Andre Odermatt, rechts, Vorsteher des Hochbaudepartements, laesst sich von Werner Hofmann, Fachstellenleiter Ingenieurwesen Amt fuer Hochbauten, die Schaeden am Traeger 15 des Letzigrundstadions zeigen, nach einer Medienorientierung zu den Maengeln und dem weiteren Vorgehen betreffend dem Stadion Letzigrund am Mittwoch, 2. Juni 2010, in Zuerich. (KEYSTONE/Patrick B. Kraemer) Quelle: LiZ
Der Zuercher Stadrat Andre Odermatt, rechts, Vorsteher des Hochbaudepartements, laesst sich von Werner Hofmann, Fachstellenleiter Ingenieurwesen Amt fuer Hochbauten, die Schaeden am Traeger 15 des Letzigrundstadions zeigen, nach einer Medienorientierung zu den Maengeln und dem weiteren Vorgehen betreffend dem Stadion Letzigrund am Mittwoch, 2. Juni 2010, in Zuerich. (KEYSTONE/Patrick B. Kraemer) Quelle: LiZ

Ab Mitte Juli, wenn die Fussballsaison beginnt, werden die Zusatzstützen im Letzigrund-Stadion die Sicht auf das Fussballfeld nicht mehr behindern: Dann sind sie weg. Zuvor aber lässt die Stadt Zürich die Tragkonstruktion verstärken. Die Baufirma Implenia hält das für unnötig.

Alfred Borter

Der Streit zwischen der Stadt Zürich und der Implenia Bauunternehmung geht in die nächste Runde. Gestern hat Stadtrat André Odermatt, der neue Vorstand des Hochbaudepartements, zusammen mit Fachleuten aus dem Amt für Hochbauten im Letzigrund erklärt, die Stadt setze alles daran, dass die vorsorglich erstellten Zusatzstützen entfernt werden können, bevor die Fussballsaison beginnt. Zuvor allerdings müsse man an zahlreichen Orten, wo man Fehler entdeckt habe, die Tragfähigkeit erhöhen.

Nach den Angaben der Fachleute der Stadt hat man nicht allein Risse, sondern vor allem auch extrem viele Schweissfehler gefunden. Die Risse sind zum Teil von blossem Auge zu entdecken, auf die zahlreichen Fehleinschlüsse und Hohlräume bei den Schweissnähten ist man aber erst mittels Ultraschall gestossen. Nur bei einem Drittel aller Stützen ist die Arbeit tadellos, bei den andern haben die Untersuchungen durch einen unabhängigen Experten, nämlich Professor Josef Fink vom Institut für Tragkonstruktionen der Technischen Universität Wien, kleinere bis sehr grosse Schäden zutage gebracht.

Implenia anerkennt Fehler nicht

Implenia, die als Totalunternehmung das Stadion baute, hat der Stadt nach den Worten der Direktorin des Amts für Städtebau, Wiebke Rösler, allerdings mitgeteilt, sie anerkenne die behaupteten Mängel nicht. Wörtlich heisst es im Schreiben: Sie «bestreitet, dass die Dachkonstruktion Mängel aufweist, geschweige denn (von der Stadt behauptete) schwerwiegende Mängel». Damit verzichte die Baufirma auf die Möglichkeit der Nachbesserung, und die Stadt nehme nun das Heft selber in die Hand.

Wer zahlt?

Zunächst werden die erkannten Schwachstellen mit zusätzlichen Blechen verstärkt, dann wird Stütze um Stütze auf ihre Tragfähigkeit geprüft — jede muss ein Gewicht von 35 bis 50 Tonnen aushalten –, und bei einem guten Befund werden die zusätzlich angebrachten Hilfsstützen entfernt.

Was das kostet, konnten die Sachverständigen noch nicht angeben, sicher aber einige Millionen. Der Betrag sei durch die hinterlegte Garantiesumme von 12 Millionen Franken gedeckt. Allerdings sind noch weitere Mängel zu decken. Die Stadt geht davon aus, dass sich am Ende die Gerichte darum kümmern werden, wer bezahlt.

Zwar räumte der Mediensprecher der Hochbaudepartements, Urs Spinner, ein, das Dach würde wohl nicht gerade einstürzen, wenn man die Hilfsstützen entfernen würde, ohne zuvor eine Belastungsprobe durchzuführen, er machte aber geltend, dass die Lebensdauer des Stadions auf 80 Jahre ausgelegt sei und das Dach gemäss SIA-Norm auch einem Schneefall und Windböen, wie sie nur alle 50 Jahre vorkommen, gewachsen sein muss. «Das wurde uns zugesichert, und das wollen wir erhalten», sagte er.

Implenia mit Gegenstudie

Auf der andern Seite hält die Bauunternehmung Implenia fest: «Die Sicherheit des Letzigrund-Stadions ist nachgewiesen.» Das will sie an einer für heute einberufenen Medienorientierung belegen. Sie hat dazu zwei Experten aufgeboten: Markus Feldmann, Professor für Stahl- und Leichtmetallbau an der Technischen Hochschule Aachen, und Bauingenieur Hans-Jakob Schindler aus Winterthur.

Quelle: Limmattaler Zeitung

Letztes Update: 02.06.10, 20:52 Uhr

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3 Kommentare zum Thema:
Anonymer User: Consigliere
03.06.10 10:01 Uhr
Wann erkennt der öffentliche (und der private) Bauherr endlich, dass das Totalunternehmermodell das schlechteste aller Vertragssystem ist, um ein Projekt zu verwirklichen?

Wenn der Unternehmer gleichzeitig Planer ist, hat er nämlich "den Hut des Verkäufers auf" und nicht den des seriösen Planungspartners, der den Unternehmer zu mehr Qualität zwingen kann! Die mit dem TU vorne eingesparten Kosten werden durch den Steuerzahler hinten zweimal bezahlt!
Gourmet
12.02.10 17:20 Uhr
Schade, dass Kommentare immer wieder ZENSURIERT werden.

ICH sehe nicht ein, warum mein Beitrag

ZITAT

DAS GIBT EIN PERFEKTES SUJET AN DER BASLER FASNICHT

nicht aufgeschaltet wurde!!!

AZ wird je länger je mehr, nur noch schlechter!!!!!

SO und jetzt können Sie meinen Account löschen!!!
Gourmet
12.02.10 12:20 Uhr
Ein perfektes Sujet für die Basler Fasnacht !!!
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