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Neue Software gegen Schwänzer

Pünktlich: Am Gymnasium Liestal werden die Absenzen mit Hilfe einer Software kontrolliert.  Quelle: bz
Pünktlich: Am Gymnasium Liestal werden die Absenzen mit Hilfe einer Software kontrolliert. Quelle: bz

Das Gymnasium Liestal dient als Pilotschule für ein neues Instrument auf der Administrationsplattform «Schulnetz». Es erlaubt einen bessern Überblick über die Absenzen der einzelnen Schüler.

Julia Gohl

Was in vielen Kantonen zurzeit wieder in Diskussion steht, ist im Baselbiet schon seit bald vier Jahren selbstverständlich: unentschuldigte Absenzen werden im Zeugnis vermerkt. Dieses Reglement scheint sinnvoll zu sein. «Es unterstreicht einfach, dass wir es mit der Präsenzpflicht ernst meinen», sagt die Konrektorin Bernadette Schnyder.

Software im «Schulnetz»

Um die Absenzen zu erfassen, gibt es nun ein neues System. Es ist ein Instrument der Software «Schulnetz», einer Dienstleistungsplattform für Lehrkräfte und Schüler, auf welcher zum Beispiel auch Informationen und Dokumente abgelegt werden können. Das Gymnasium Liestal, das auch mit «Schulnetz» arbeitet, dient für das neue System als Pilotschule. Seit August wird damit elektronisch erfasst, ob und wie oft Schüler dem Unterricht fern bleiben.

«Damit erreichen wir vor allem zwei Ziele», berichtet Schnyder. Zum einen sei die Transparenz so viel besser gewährleistet. «Die Schüler können auf dem Schulnetz jederzeit Einsicht in ihr Absenzenblatt nehmen.» Dies sei von Vorteil, weil die Schüler so zum Beispiel sehen könnten, wenn sie noch eine Absenz zu entschuldigen haben oder ein Arrest offen ist.

«Zudem erlaubt das System eine saubere Dokumentation.» Da alle Stunden, die ein Schüler gefehlt hat, von den Lehrkräften eingetragen werden, sei eine viel bessere Übersicht vorhanden. Dies sei von Vorteil, um zum Beispiel zu überprüfen, ob stark sinkende Leistungen eines Schülers mit häufigem Fehlen zu tun haben.

Da nur der Klassenlehrer, sie selbst und natürlich der betroffene Schüler Einsicht in dessen Absenzenblatt nehmen könnten, sei auch der Datenschutz gewährleistet, sagt Schnyder. Den Vorteil des neuen Erfassungssystems sehen auch die Schüler. Früher seien die Absenzen einfach ins Klassenbuch oder auf roten Zetteln eingetragen worden, erinnert sich Fabienne Meier. «Jetzt kann man immer nachschauen, ob man eine Absenz hat», so die Drittklässlerin.

Weniger Unsicherheiten

Es käme manchmal vor, dass man da etwas unsicher sei. «Einmal hatte ich zum Beispiel drei Stunden Unterricht beim selben Lehrer und bin nach der ersten Stunde mit seiner Erlaubnis nach Hause gegangen, weil ich mich nicht wohlfühlte.» Da sei sie davon ausgegangen, dass der betroffene Lehrer nicht extra eine Absenz eingetragen habe, was dann aber nicht gestimmt habe.

In solchen Situationen liesse sich nun ganz einfach überprüfen, ob noch Entschuldigungen offen seien. Sollte man trotzdem eine vergessen, lässt sich auf dem «Schulnetz» nun auch gleich ein Termin für den Arrest eintragen - das lange Anstehen beim Abwart, wie es früher geregelt war, gehört der Vergangenheit an.

Wieso am Gymnasium überhaupt so ein grosses Augenmerk auf den korrekten Umgang mit der Anwesenheitspflicht gelegt wird, weiss Bernadette Schnyder. Die Präsenzpflicht in der Schule sei nun mal ein Gesetz, und damit dieses eingehalten werde, müsse man es kontrollieren. «Zudem haben wir auch eine pädagogische Verantwortung und können die Schüler das nicht einfach handhaben lassen, wie sie es für richtig halten.»

Sie verstehe nicht, wieso die Schule immer wie eine Art exotischer Garten behandelt werde, in dem das wahre Leben nicht gelte. «Wenn zum Beispiel Gleichaltrige, die eine Lehre machen, bei der Arbeit öfter unentschuldigt fehlen, dann hat das schnell Konsequenzen für ihr Leben. Sie sind dann bald ihre Lehrstelle los.» Darauf müsse man auch in der Schule vorbereitet werden.

Quelle: Basellandschaftliche Zeitung

Letztes Update: 06.05.09, 19:52 Uhr

1 Kommentare zum Thema:
Anonymer User: Gymnasiastin
10.06.09 19:54 Uhr
Problem des Liestaler Systems ist allerdings, dass man bei einer Verspätung (was auch immer der Grund sein mag), lieber den ganzen Tag der Schule fern bleibt und dies dann mit einer Krankheit entschuldigt, als in die Schule zu kommen und sich eine unentschuldigte einzuholen.
Das Ganze ist auf irgend eine Art und Weise contraproduktiv.
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