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In der Kürze liegt die Würze
Tagesfrage
Die aktuelle Tagesfrage
Mehrheit plädiert gegen eine Fusion
«Bund» und «Berner Zeitung» sollen nicht zusammengelegt werden – das fordert ein Grossteil der Teilnehmer einer nun publizierten Umfrage.
OLIVER BAUMANN
Voraussichtlich noch in dieser Woche wird Tamedia über die Zukunft der Traditionszeitung «Der Bund» entscheiden, die das Zürcher Medienunternehmen im Jahr 2007 mit dem Kauf der Berner Espace Media Groupe übernommen hat. Bereits im Dezember des vergangen Jahres gab Tamedia bekannt, dass der «Bund» «ohne weitergehende redaktionelle Zusammenarbeit» keine wirtschaftliche Perspektive mehr habe. Die Tamedia- Verantwortlichen prüfen seitdem zwei Optionen für das finanziell angeschlagene Blatt: Entweder kooperiert der «Bund» künftig verstärkt mit der Zürcher Tamedia-Publikation «Tages-Anzeiger» (Projekt «TagesBund») - oder er wird mit der «Berner Zeitung» fusioniert, die ebenfalls Tamedia gehört.
Das Komitee «Rettet den ‹Bund›», das mit wenigen Mitteln, aber viel Engagement für den Erhalt von 2 Zeitungen auf dem Platz Bern kämpft, hat nun die Resultate einer (nach wissenschaftlichen Kriterien allerdings nicht repräsentativen) Studie veröffentlicht, die eine mehr als deutliche Sprache sprechen. Demnach wünschen sich 68 Prozent der rund 4500 Befragten eine engere Zusammenarbeit zwischen «Bund» und «Tages-Anzeiger». Für eine Fusion von «Berner Zeitung» und «Bund» sprachen sich hingegen nur 7 Prozent der Studienteilnehmer aus. Ein Viertel zeigte sich noch unentschlossen. Allerdings: Auch wenn das Projekt «TagesBund» realisiert werden sollte, halten es die Befragten für wichtig, dass auch weiterhin eine «Berner Perspektive» in die Berichterstattung eingebracht wird.
Diese Ergebnisse seien ein klares Signal an die Tamedia, sagte Mark Balsiger, Koordinator des Komitees «Rettet den ‹Bund›», der die Umfrage ausgewertet hat: «Das Berner Publikum will auch in Zukunft zwei unabhängige Tageszeitungen. Der ‹TagesBund› ist allerdings nur dann glaubwürdig, wenn die Redaktion in Bern genügend Stellen erhält.» Wo «Bund» draufstehe, müsse auch «Bund» drin sein, erklärte Balsiger weiter. In jüngster Zeit mehren sich die Anzeichen, dass auch die Tamedia- Verantwortlichen die Option «TagesBund» einer Fusion von «Bund» und «Berner Zeitung» vorziehen. So wurde Martin A. Senn, bisher stellvertretender Chefredaktor der «NZZ am Sonntag», kürzlich zum Chef einer «allfälligen gemeinsamen Bundeshausredaktion» von «Tages-Anzeiger» und «Bund» ernannt.
Bei Tamedia heisst es jedoch explizit, dass Senns Ernennung kein Präjudiz für ein Zweizeitungsmodell in Bern sei. Am Wochenende wurde zudem bekannt, dass auch das Modell «TagesBund» zu einem massiven Stellenabbau beim «Bund» führen könnte. Die Zeitung «Sonntag» will aus gut informierten Kreisen erfahren haben, dass im Hinblick auf ein Zusammengehen mit dem «Tages- Anzeiger» beim Berner Traditionsblatt fast die Hälfte der rund 60 redaktionellen Stellen gestrichen werden könnten.
Das Komitee «Rettet den ‹Bund›», dem zahlreiche bekannte Persönlichkeiten aus Politik, Kultur und Wirtschaft angehören, wollte die möglichen Auswirkungen des von ihm bevorzugten Zeitungsmodells «TagesBund» nicht kommentieren. Man sei «trotz eigenen Recherchen nicht weitergekommen», hiess es dazu lediglich. In dieser Woche wird zudem auch der Entscheid des Tamedia- Verwaltungsrats über die Budgetreduktion beim Flaggschiff «Tages- Anzeiger» erwartet, die ebenfalls einen massiven Personalabbau nach sich ziehen könnte - gerüchteweise könnten dort zwischen 50 und 75 Journalisten ihren Job verlieren.
Quelle: Aargauer Zeitung
Letztes Update: 12.05.09, 07:36 Uhr








