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Eine Party bei 15 Grad minus
Am Crazy Slide in Schlieren liess man sich von der Kälte die Stimmung nicht verderben. Einmal mehr war der Schlittencontest in ein voller Publikumserfolg. Rund 2000 Leute feierten Party, trotz der und gegen die Eiseskälte.
Isabel Hempen
Ein Mädel in Pumps stöckelt vorbei. Auweia, die Arme. Ihre Party steigt heute Nacht an der Schneebar in Schlieren - gesetzt den Fall, dass sie nicht vorher den Erfrierungstod stirbt. Das Thermometer zeigt fünfzehn Grad minus und kein Lawinekafi und nicht der beste Sex in the Snow können vergessen machen, dass es einfach nur eins ist: saukalt.
Besonders, wenn man eine gute Stunde draussen im Kunstschnee steht und das Finale des Crazy Slide über die Rampe geht. «Limmattal, sinder ready?» wollen Katja Widemann und Roger Spillmann von Radio NRJ wissen, welche den Rodelcontest moderieren. Das Limmattal bejaht lautstark, dann kanns ja losgehen.
Die Simpsons legen einen Strip bis auf die gelbe Haut hin und sausen in ihrem Simpson-Mobil die Piste runter. Die Baywatch-Boys machen sich ebenso nackig, Un'gimpft geben sich als Untote, während G'impft das Publikum mit rotem Wodka aus ihren Spritzen abfüllt. Die Libyen-Invasoren fahren im Panzer gegen Gaddafi auf, die BMW-Jungs haben ihre Boxenluder angekarrt und NRJ forever packen Moderator Spillmann in den Kofferraum und brettern zu dritt runter über die Schanze.
Schicke Karre, freizügige Girls
Schliesslich die Blues-Brothers, die eine saubere Abfahrt hinlegen, der Feldschlössli-Grippeschlitte, der als Schrottlaube endet und die zwei A1-Musikpark-Piloten, die sich als Zigaretten herausgeputzt haben. Das Publikum johlt bei jedem Act begeistert. Zehn Teams: zehn Schlitten, zehn Showeinlagen, zehn Slides, die von der Jury bewertet werden. And the winner is: «BMW verdielt Sauber!» Verdienterweise, die Karre ist schick und die Boxengirls freizügig. Ihr Preis: selber Helikopter fliegen.
Ausser ein paar Unentwegten, die in Sibirienkluft und mit was Heissem in der Hand der Eiseskälte zu trotzen versuchen, rettet sich der Rest des Partyvolks umgehend in ein Zelt oder eine Hütte. In die geheizte (halleluja!) Walliser Stube etwa, wo es sich gemütlich ein Raclette essen lässt. Dort hats aber so wenig Platz, dass sich manch einer seine währschafte Hüttenkost (Älplermagronen, Grosmueter-Chässpätzli oder eben ein Swiss Jodeling Raclette) doch im Fressnapf holt, draussen im Schnee.
Pistenhits im Partyzelt
Dass die rund 2000 Vergnügten aber nicht essen, sondern vor allem trinken (ohne Alk läuft auf der Getränkeliste der Aprèsski-Party gar nichts) und das Tanzbein schwingen wollen, bestätigt sich im Hop de Bäse, dem «Partyzelt mit Pistenhits, Dancefloor-Charts und Partybeats», wo «Panjabi MC», «Ab in den Süden», «Herzilein» und die House-Version von Jackos «Black or White» rotieren. Das Zelt ist voll, die Bässe wummern und die dick eingepackten Partypeople tanzen bis um vier Uhr morgens das Parkett blank. Wer nicht gerade Pumps trägt, dem dürfte nun beinahe warm geworden sein.
Quelle: Limmattaler Zeitung
Letztes Update: 20.12.09, 19:32 Uhr








