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SBB-Chef Meyer unschuldig am Berliner S-Bahn-Debakel

SBB-Chef Andreas Meyer Quelle: key
SBB-Chef Andreas Meyer Quelle: key

Die Deutsche Bahn hat das S-Bahn-Chaos in Berlin untersuchen lassen. Der Bericht sieht gravierende Mängel, entlastet aber den ehemaligen DB-Manager und heutigen SBB-Chef Andreas Meyer.

Tobias Gafafer

Die Millionenmetropole Berlin erlebte im vergangenen Jahr ein Debakel in ungeahnten Dimensionen. Wegen mangelhaften Unterhalts fielen bis zu drei Viertel aller S-Bahn-Züge aus, der Betrieb brach zeitweise vollständig zusammen.

Der Fall erregte auch in der Schweiz Aufsehen, weil SBB-Chef Andreas Meyer von 2004 bis 2006 Geschäftsführer des Bereichs Stadtverkehr der Deutschen Bahn (DB) war, welchem die S-Bahn Berlin unterstellt ist. Gestern stellte die DB in Berlin einen externen Bericht vor, der die Verantwortung für das Chaos untersuchte. Demnach kam es bei der S-Bahn

Berlin zwar zu «erheblichen Management-Fehlern» und «gravierenden Mängeln» bei der Wartung der Züge. Es gebe aber keine Indizien dafür, dass der Aufsichtsrat der S-Bahn Berlin, in dem damals auch Meyer sass, seiner Überwachungspflicht nicht ausreichend nachgekommen sei.

Deutsche Bahn behält sich Massnahmen vor

Die DB behält sich rechtliche Massnahmen vor und will Verantwortliche anhören. SBB-Chef Andreas Meyer gehört nicht dazu, wie DB-Sprecher Jürgen Kornmann auf Anfrage sagte. «Herr Meyer hat keine Pflichtverletzung begangen.» Meyer seinerseits unterstrich in Interviews immer die Verantwortung der operativen Führung der S-Bahn Berlin. Auch die DB nahm ihn stets aus der Schusslinie.

Ganz schonen die Prüfer den DB-Konzern und seinen Bereich Stadtverkehr aber nicht. «Ungünstige Massnahmen» des Konzerns seien zwar nicht für die Probleme der S-Bahn verantwortlich. Zum Teil hätten diese die Bewältigung der Störungen aber erschwert und eine frühere Aufdeckung der Mängel verhindert, heisst es im 61-seitigen Bericht.

Quelle: Aargauer Zeitung

Letztes Update: 24.02.10, 06:42 Uhr