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Mehrere tausend Jugendliche verlassen die Schule vorzeitig

Wer die Schule vorzeitig verlässt, hat nicht immer dieselben Gründe (Symbolbild) Quelle: key
Wer die Schule vorzeitig verlässt, hat nicht immer dieselben Gründe (Symbolbild) Quelle: key

Jedes Jahr brechen in der Schweiz mehrere tausend Jugendliche die Schule ab. Es handelt sich nicht nur um schlechte, rebellische Schüler, wie eine Untersuchung von Forschern der Universität Freiburg zeigt. Auch die Schulen tragen eine Mitverantwortung.

Für die Studie befragte das Forschungsteam um Margrit Stamm vom Departement für Erziehungswissenschaften an der Uni Freiburg rund 4500 Schülerinnen und Schüler der 8. Klasse in elf Kantonen. Im darauf folgenden Jahr waren die Schulen angehalten, den Wissenschaftlern alle Schulabgänge zu melden.

Insgesamt brachen gemäss den Angaben der Schulen etwa zwei Prozent der Schülerinnen und Schüler die Schule ab, wie Stamm auf Anfrage sagte. Sie ist jedoch überzeugt, dass der Anteil etwa drei Mal höher liegt, was auf die ganze Schweiz hochgerechnet bedeuten würde, dass Jahr für Jahr allein etwa 5000 Achtklässler den Bettel hinwerfen.

Es gebe deutliche Hinweise darauf, dass einige Schulen Abgänge verschwiegen hätten, sagte Stamm. Sie erklärt dies mit der Tabuisierung des Themas: "Weil die Schule für alle obligatorisch ist, dürfen Schülerinnen und Schüler sie eigentlich gar nicht vorzeitig verlassen", sagte sie.

61 Schulabbrecher untersuchen und befragen die Forscher nun genauer. Erste Resultate korrigieren ein verbreitetes Vorurteil: Es sind nämlich keineswegs nur schlechte, rebellische, den Unterricht störende Jugendliche, welche die Schule vorzeitig beenden, wie Stamm im Fachmagazin "Die Deutsche Schule" berichtet.

Stamm identifizierte vier Abbrecher-Typen: Aussenseiter (13%), Schulversager (28%), Schulmüde (25%) und Rebellen (34%). Gerade die Aussenseiter und Schulmüden hatten zum Teil passable, genügende Schulnoten. Schulversager und Rebellen dagegen waren schwach in der Schule, aber die Schulversager störten mit ihrem Verhalten den Unterricht kaum.

Die Abbrecher dürften nicht alle in einen Topf geworfen werden. Statt dessen brauche es verschiedene Strategien, um möglichst viele der drohenden Schulabbrüche zu vermeiden, sagte Stamm. Einen entsprechenden Massnahmenkatalog will Stamm nun ausarbeiten.

Quelle: Schweizerische Depeschenagentur

Letztes Update: 09.02.10, 09:30 Uhr