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Lehrerin meldet Übergriffe – Schulpflege will nichts davon wissen
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Die Wohler Reallehrerin Carolina Stehrenberger erhebt massive Vorwürfe: Eine Heilpädagogin habe Schüler geschlagen, sagt sie. Die Schulpflege bestreitet die Anschuldigungen vehement und hat Stehrenberger freigestellt.
Fabian Hägler
Erst im August trat Carolina Stehrenberger ihre Stelle in Wohlen an. Inzwischen hat die Reallehrerin bereits wieder gekündigt. «Ich bin sehr enttäuscht von der Schulleitung», sagt sie. Pädagogische, psychologische und menschliche Fehler wirft sie Schulleiter Michael Lutz und Schulpflegepräsident Franco Corsiglia vor. Zwei konkrete Vorfälle haben Stehrenberger laut eigener Aussage zur Kündigung bewogen. «Ich habe selber gesehen, wie eine Heilpädagogin im Schulzimmer einen Schüler auf den Arm geschlagen hat», sagt Stehrenberger. Sie habe den Vorfall der Schulleitung gemeldet, diese habe aber nicht reagiert.
Heilpädagogin bestreitet Vorwurf
Schulpflegepräsident Franco Corsiglia wehrt sich. «Wir haben diesen Hinweis sehr wohl ernst genommen und mit der beschuldigten Lehrperson das Gespräch gesucht.» Diese habe aber bestritten, jemals Schüler geschlagen zu haben. «Wenn wirklich etwas dran wäre an diesem Vorwurf, würden sich die Eltern sicher unverzüglich bei der Schule melden», ergänzt er.
Dies sei nicht geschehen, «was darauf schliessen lässt, dass der Vorwurf falsch ist.» Dennoch hat die Wohler Schulpflege das Inspektorat mit einer Untersuchung beauftragt. «Damit wollen wir jeden Zweifel ausräumen», sagt Corsiglia, «und wir werden offen über die Abklärungungen informieren.»
Darüber hinaus werde die Untersuchung auch einen zweiten Vorwurf von Carolina Stehrenberger umfassen. «Es gibt Kinder in meiner Klasse, die zu Hause von ihren Eltern geschlagen werden», sagt sie. Dies hätten ihr die Schülerinnen und Schüler anvertraut. «Wir haben keine Hinweise, dass diese Aussage von Frau Stehrenberger stimmt», kontert Corsiglia. Die Lehrpersonen im Junkholz seien sensibilisiert auf dieses Thema. «Wenn ein Kind mit sichtbaren Spuren von Gewalt zur Schule kommt, scheuen wir uns nicht, mit Fachstellen und Eltern diese Fälle anzugehen», sagt der Schulpflegepräsident.
«Das ist keine sexuelle Belästigung»
Carolina Stehrenberger kritisiert die Schulleitung in einem weiteren Punkt massiv. «Ich habe einen Fall von sexueller Belästigung gemeldet, von dem mir ein Mädchen berichtet hat.» Statt die Kinderschutzgruppe beizuziehen, habe die Junkholz-Schulleitung das Opfer selber befragt. «Das widerspricht allen Richtlinien», sagt Stehrenberger.
Auch in diesem Punkt widerspricht Corsiglia. «Der Fall ist bei weitem nicht so dramatisch: Ein Mitschüler gab dem Mädchen einen Klaps auf den Po», relativiert er. Schulleiterin Barbara Müller habe danach mit der betroffenen Schülerin gesprochen. «Das Thema wurde in der Klasse des Schülers behandelt, er hat sich bei dem Mädchen auch entschuldigt, der Fall ist damit erledigt», fasst Corsiglia zusammen.
Es liege im Ermessen der Schulleitung, wie derartige Vorfälle einzuschätzen und anzugehen seien. «Aus unserer Sicht war das Verhalten des Schülers eine Grenzüberschreitung, aber keine sexuelle Belästigung», sagt er. Bei massiveren Fällen würden «natürlich die zuständigen Fachstellen beigezogen.»
Lehrerin inzwischen freigestellt
In mehreren Mails an verschiedene Medien hat Carolina Stehrenberger ihre Vorwürfe publik gemacht. Dies hat nun zur sofortigen Freistellung durch die Schulpflege und einem Arealverbot für die Schulanlage Junkholz geführt. «Wir waren dazu gezwungen, weil die haltlosen und falschen Anschuldigungen von Frau Stehrenberger für andere Lehrpersonen, Schüler und die gesamte Oberstufe Junkholz schädlich sind», begründet Corsiglia. Die Eltern der betroffenen Klasse wurden telefonisch orientiert, heute findet für sie ein Elternabend statt.
Quelle: Aargauer Zeitung
Letztes Update: 26.11.09, 10:29 Uhr









Ich war mal Blauringleiterin. Hätte ich so einen Fall "aufgedeckt" wäre ich nicht an die Medien gegangen, sondern zur Polizei. Aber ich habe eben keine Profilierungssucht. Mir geht es um die Kinder, nicht um mich.
Hallo? Gehts noch!