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Kein Sparen auf Kosten der Arbeitslosen

Das Referendumskomitee «Nein zum Abbau der ALV» will die geplanten Leistungskürzungen bei der Arbeitslosenversicherung nicht akzeptieren. Eine der Hauptfolgen der Gesetzesrevision sei eine Zunahme der Armutsfälle in der Schweiz.

Abbau von Leistungen

Die Wirtschaftskommission des Nationalrats (WAK) will in der 4. Revision des Arbeitslosenversicherungsgesetzes mehr Leistungen abbauen als Bundesrat und Ständerat. Betroffen sind vor allem junge Arbeitslose.
Personen unter 30 Jahren ohne Unterstützungspflichten gegenüber Kindern sollen höchstens 260 Taggelder zustehen. Für Personen unter 25 Jahren ohne Kinder sollen es sogar nur 130 Taggelder sein. Den Entscheid zu diesen zusätzlichen Taggeld-Beschränkungen traf die WAK mit 17 zu 8 Stimmen.
Im übrigen ist die WAK Bundesrat und Ständerat bei den anderen Kürzungen der Taggeldbezugsdauer gefolgt. Wer nur 12 Monate in die Kasse einbezahlt hat, soll nur noch 260 Taggelder beziehen können. Nur wer 18 Monate hintereinander bezahlt hat, soll weiterhin 400 Taggelder erhalten. 520 Taggelder - wie noch vor einigen Jahren üblich - sollen nur noch Arbeitnehmer erhalten, die mindestens 55-jährig sind und 22 Monate einbezahlt haben.
In Übereinstimmung mit dem Ständerat beantragt die Kommission, die Kriterien für die Zumutbbarkeit einer Arbeit zu verschärfen. Dabei geht es insbesondere darum, dass arbeitslose Personen, die jünger als 30 sind und keine Unterhaltsfpflichten haben, auch Stellen antreten müssen, für die sie überqualifiziert sind. (sda)

Die Wirtschaftskommission (WAK) des Nationalrats wolle in der Arbeitslosenversicherung noch mehr Leistungen kürzen (siehe Kasten) als Bundesrat und Ständerat, schreibt das Referendumskomitee in einer Mitteilung.

Zur Entschuldung der Versicherung soll auf der Leistungsseite über eine halbe Milliarde eingespart werden. Die dazu vorgesehenen Kürzungen der Versicherungsleistungen bedeuteten für die Betroffenen und ihre Familien eine weitere massive Belastung - oder drängten Betroffene und ihre Familien schneller in die Armut. Insbesondere liefen junge Leute Gefahr, working poor zu werden: bis zum 30. Altersjahr soll jegliche Arbeit zumutbar sein.

Thomas Näf, Co-Präsident des Referendumskomitees, bringt als Beispiel einen Juristen, der als Kellner arbeiten muss: «Ich denke es ist sinnlos, Leute mit Arbeiten zu beschäftigen, für dies sie überqualifiziert sind. Man weiss, dass Arbeiten, die Menschen unterfordern ebenfalls krank machen können.»

Die Gesetzesänderung verlagere Kosten vom Bund zu den Kantonen und Gemeinden, so Näf und hält fest: «Wir gehen davon aus, dass die Zahl der Sozialhilfeempfänger in der Schweiz um mehrere 10000 Personen zunehmen wird.»

Wenn die Vorlage in der Wintersession im Nationalrat so durchkomme, wie es jetzt nach den Beratungen der Wirtschaftskommission zu befürchten sei, will das Komitee auf jeden Fall das Referendum ergreifen. «Viele Linke hatten gehofft, dass es wieder einige Schritte in die andere Richtung geht sagt Näf: «Doch der Ständerat hat die Vorlage verschärft und jetzt auch noch die Nationalratskommission. Das ist ein ganz schlechtes Zeichen für die Debatte in der kommenden Session.»

Näf sieht durchaus Chancen für das Referendum. «Die nötigen 50 000 Unterschriften würden wir sicher zusammenbekommen.» Für eine allfällige Abstimmung ist er ebenfalls optimistisch: «Ich kann mir nicht vorstellen, dass das Schweizervolk zu diesem massiven Sozialabbau ja sagt.» (pd/mu)

 

 

Quelle: a-z.ch News

Letztes Update: 08.10.09, 13:38 Uhr

5 Kommentare zum Thema:
Anonymer User: Mervin
08.10.09 16:01 Uhr
Einige haben noch nicht begriffen, dass der Topf bald leer ist, denn wo nichts mehr ist kann man auch nichts mehr nehmen. Die Jungen sollen endlich lernen sich einzuschränken, für alles ist Geld da, Markenklamotten, Ausgang bis in den Morgen, Autos, natürlich nicht die billigsten, etc etc.
Und warum sollen Ausländer nicht zurückgeschickt werden ins Heimatland? Jährlich kehren tausende gescheiterter von Schweizer-Auswanderer zu uns zurück um unsere Hilfe zu erhalten, warum nicht auch umgekehrt?
Thomi
08.10.09 11:00 Uhr
Arbeitslose können Kurse KOSTENLOS beziehen. Während ich einen IT-Kus (Spezialisierung) besuchte und 14'000 bezahlte, waren drei Arbeitslose dabei, welche den Kurs kostenlos (Arbeitsamt bezahlt) besuchten. Was die Arbeitslosen dort wollten, ist mir unklar geblieben. Die hatte weder Grundausbildung noch sonst eine Ahnung von der IT. Einer konnte kaum Deustch. Nach 2 Monaten sind alle 3 ausgestiegen. Den kurs musste die Arbeitslosenkasse dennoch bezahlen. Wer will hier also mehr Geld?
Anonymer User: Warum sollen
08.10.09 09:36 Uhr
Arbeitslose in ihre Heimat zurückkehren, nachdem man sie hier nicht mehr braucht. Bezahlen diese nicht auch Arbeitslosenversicherung ein. Das riecht nach Ausbeutung und passt nicht zu unsern WerteGrundsätzen wie sie in der Verfassung stehen. Die Würde aller Menschen ist unantastbar
Anonymer User: Jugendliche Arbeitslose
08.10.09 09:33 Uhr
sollen sich doch in der Zeit weiterbilden, Wer einen Kurs in Erwachsenenbildung belegt. weiss wie wieviel Geld das kostet, Woher sollen sie denn das bezahlen? Wieder werden die Eltern zur Kasse gebeten. Man lässt sein Kind ja nicht im Stich. Das leise Sterben des Mittelstandes schreitet voran. Ohne Bildung geht es nicht, das zeigt das zertrittene Parlament jeden Tag neu.
Anonymer User: Unverständnis
08.10.09 09:27 Uhr
Der alte Patron schüttelt verzweifelt den Kopf! Haben wir nichts gelernt aus der Krise?
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