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«Kanton lässt Neuenhof nicht fallen»

Nicht überrascht vom Badener Entscheid zeigt sich Markus Dieth (AZ gestern). Er sieht die Stärke der Region ohnehin eher in der überkommunalen oder regionalen Zusammenarbeit. Neben Baden tragen laut Dieth auch alle andern Gemeinden im Bezirk eine wichtige Rolle.

Atmet Wettingen auf, weil Baden weiterhin kleiner sein wird?

Markus Dieth: Wettingen setzt und setzte nie auf Grösse, sondern auf Qualität. Wir wollen weiterhin unsere Dienstleistungen für unsere Bevölkerung und die Region bestens erbringen. Die Grösse ist sekundär.

Wird jetzt Wettingen Neuenhof zur Brust nehmen?

Dieth: Neuenhof muss jetzt zuerst einmal das Ganze verarbeiten, die Lage beurteilen und nichts überstürzen. Der Kanton Aargau kann es sich nicht leisten, eine Gemeinde in dieser grossen Agglomeration fallen zu lassen. Vielleicht ist jetzt der Druck gross genug, dass das System des horizontalen Finanzausgleichs überarbeitet wird und auch eine Gemeinde wie Neuenhof profitieren kann; also auch grössere Gemeinden, die ihre Hausaufgaben zwar gemacht haben, aber aufgrund nur schwer beeinflussbarer Faktoren in eine missliche finanzielle Situation gekommen sind.

Was sind die Konsequenzen des abgelehnten Zusammenschlusses für die Region?

Dieth: Der Planungsverband Baden Regio mit seinen 19 Gemeinden setzt klar auf die Zusammenarbeit in der Region. So wurden denn auch die Regionsgemeinden in 4 Kreise eingeteilt. Diese Kreise tragen die Themen und Problemstellungen zusammen, die überkommunal oder regionalen gelöst werden sollen. Dieses System funktioniert sehr gut, lässt den Gemeinden ihre Autonomie und bringt gleichzeitig regionale Stärke.

Hat die Stadt Baden mit dem Nein in ihrer Leaderrolle an Ansehen eingebüsst?

Dieth: Baden ist und bleibt Bezirkshauptort und hat in unserem Bezirk wie Wettingen und alle anderen Gemeinden eine tragende Rolle auch für den Kanton. Entscheidend ist die Bereitschaft der Zusammenarbeit. Mit dem Planungsverband Baden Regio haben wir ein sehr gut funktionierendes Instrument für die Umsetzung von überkommunalen und regionalen Aufgaben. Gerade auch als neuer Präsident der Regionalplanungspräsidien des Kantons Aargau kann ich diesen Eindruck nur bestätigen.

Hat das Folgen, wenn es um die Unterstützung regionaler Projekte wie das Kurtheater geht?

Dieth: Ich denke nicht, denn die regionalen Projekte wie Kurtheater oder das Tägi können nur mit gemeinsamen Kräften realisiert werden. So haben denn auch alle 19 Gemeinden zugestimmt, das Kurtheater und das Tägi als regionale Projekte weiterzuverfolgen.

Ist das Nein in Baden für Wettingen ein Chance?

Dieth: Wettingen ist Teil unserer Region und weiterhin bereit, auch regionale Interessen zu stützen. Die Region Baden-Wettingen ist nach wie vor die treibende Kraft im Kanton Aargau und auch im Limmattal. (-rr-)

Quelle: Aargauer Zeitung

Letztes Update: 15.06.10, 06:24 Uhr

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22 Kommentare zum Thema:
Anonymer User: Bertschi
17.07.10 13:08 Uhr
Ich finde man sollte das Abstimmungsresultat respektieren. Die Badener haben NEIN gesagt. Und dabei soll es bleiben. Diese Leute sind eben schlechte verlierer....
Snuge
08.07.10 09:52 Uhr
Ist das nicht interessant? Bisher war es nur der BR oder die Parlamentariere, die nicht verstehen konnten, dass der Stimmbürger eben anderer Meinung ist, als sie.
Nun fängt der Badener Stadtrat auch noch so an!
Da ich erstens sowieso etwas gegen diese ewige "Fusionitis" und zweitens etwas gegen eine solche von oben aufdoktrinierte habe, würde ich wie die Badener stimmen.
Zudem kann ich sie verstehen, dass sie nicht die "Sünden" der Neuenhofer ausbaden wollen.
Anonymer User: Gemein
28.06.10 17:32 Uhr
@snuge, das ist unsolidarisch .... hier handelt es ich um eine Feuerwehrübung, Enttäuschung kann ich mir sehr gut vorstellen, bei sowenig Nein Stimmen, im Regen stehen gelassen, So denke ich wird es nie weiter gehen,, Solides Fundament der Demokratie ohne Solidarität nicht lebbar,
Und morgen könnt es mich selbst treffen - unschuldig und dann?? Ohne Empathie schaffen wir es NIE!
Anonymer User: Kurt Zerzawy
28.06.10 16:37 Uhr
Ich bin auch auswärtiger "Papierli"-Neuenhofer und ich möchte Herrn Benz gratulieren zu seinem Mut, den Stier bei den Hörnern zu packen und wünsche ihm sehr viel Glück beim Gelingen des Plans. Mit der Nähe zur Autobahn und zu Zürich hat Neuenhof sehr gute Voraussetzungen, für Firmen interessant zu werden. Dass es auch für Private interessant ist sieht man ja an der Bautätigkeit. Nochmals Viel Glück
Snuge
28.06.10 13:16 Uhr
Ich glaube kaum, dass jemand, der es sich leisten kann an einem schönen Ort zu wohnen, nach Neuenhof zieht. Liebe Neuenhofer, habt Ihr Euch Eure Gemeinde schon mal angesehen? Also, wenn ich mir mir ein schönes, grosses Haus leisten kann, "stelle" ich es sicher nicht zwischen die Neuenhofer Betonburgen! Ich glaube, der Schuss geht nach hinten los. Ich hoffe, Ihr habt einen Plan B, wie Ihr den Schuldenberg dann wieder saniert.
Anonymer User: Kritik ist fehl am Platz
28.06.10 11:24 Uhr
Das Volk nimmt die Sache selbst in die Hand Feuerwehrübung, ob es gelingt ist eine zweite Frage, eine zentrale Frage stellt sich jeden Tag.

sind WIR das einfache Volk überhaupt REIF dir, Demokratie zu leben? Wissen wir überhaupt wie Demokratie funktioniert?
Wissen wir was es heisst EigenVerantwortung zu übernehmen, viel Geld durchzuwinken an der Gmeind, und damit den RAT aus der Verantwortung zu entlassen, Schuld hat nachher immer das Volk - demokratischer Entscheid, Handlunsbedarf ReFORM!
Anonymer User: Blaser Heinz,Im Graben 4, 5400 Baden
24.06.10 12:27 Uhr
Ich wohne seit über 30 Jahren in Baden und lebe für die ganze Region Baden und angrezende Gemeinden. Das mit Neuenhof tut mir weh,das hat Neuenhof nicht verdient und das nur weil der Kanton einen überfüllten Finanzausgleichtopf hat und das Dank Baden zum überlaufen kommt. Die Kantonsregierung war nicht in der Lage dem Stimmvolk von Baden eine faehre korrekte Information zu geben, was vom Kanton zu erwarten ist, bei einer Fusion mit Neuenhof und eine wo Hände und Füsse hat und keine Schauklerei
Anonymer User: grosse Politik macht vor.
24.06.10 10:53 Uhr
Schutthaufensanierung durch Steuersenkung.. so will es die gelb-schwarze Regierungs-Koalition in Deutschland, damit hat sie gewonnen, und wo stehen sie heute mitten im grössen Scherbenhaufe - Regierungskrise.. so geht es eben nicht, wenn die Schere zwischen Arm und Reich sich immer mehr öffnent, wenn Lohnexzesse weiter politisch gefördert anstatt gestoppt werden, dann platzt die näöchste Blase, Das LOCH im Fundament wächst gigantisch.. aus den Augen aus dem Sinn, bis zum bittern Einsturtz!
JackPfote
24.06.10 00:40 Uhr
Schlieren - Dietikon - Spreitenbach - Neuenhof. Das «Ausland» kommt immer näher nach Baden. Wer zieht denn noch in solche Gemeinden?
Snuge
23.06.10 16:20 Uhr
Lasst doch die Neuenhofer! Sie dürfen nur dann nicht erwarten, dass andere die Suppe auslöffeln, die sie sich eingebrockt haben.
Ich kann die Badener verstehen. Die haben doch keine Lust, die Misere in die Neuenhof sich gebracht hat, auszubaden. Natütlich waren die Neuenhofer für eine Fusion - die sind ja nicht dumm, sie hofften doch auch, dass ihnen Baden aus der Patsche hilft. Aber dass die Badener daran kein Interesse haben, sollte man verstehen.
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