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Hoffnung auf starke Regierung
Für die 50 Vertreter aus Replas, Gemeinden und Fluglärmorganisationen ist das Fazit klar: Die Aargauer Regierung muss sich in Bern deutlich wehren. Gegen das Abschieben von immer mehr Fluglärm in den Aargau.
Hans Lüthi
Schon zum 17. Fluglärm-Panel hat das federführende Departement Bau, Verkehr und Umwelt (BVU) Planungsgruppen und Gemeinden eingeladen, um ihnen den Puls zu fühlen. Gegenwärtig ist er deutlich erhöht, seit der SIL-Schlussbericht die Aargauer ziemlich stark schockiert hat.
Update
Flugverkehr Der Sachplan Infrastruktur Luftfahrt (SIL) für den Flughafen Zürich ist abgeschlossen. Dazu können Private und Gemeinden ihre Stellungnahmen bis 21. September ans Baudepartement schicken. Der Kanton sendet diese und seine Kritik gesammelt ans Bundesamt für Zivilluftfahrt. 2010 folgt das SIL-Objektblatt, 2012 entscheidet der Bundesrat. (Lü.)
«Ein Jahr lang haben wir nichts gehört, obwohl ich dreimal in Bern war», kritisierte Baudirektor Peter C. Beyeler die Bundesbehörden und die Zürcher. Umso grösser war die Enttäuschung über die vom Bazl zuungunsten des Aargaus veränderten Parameter.
Gegen Doppelbelastung im Surbtal
Eines kam in der lebhaften Diskussion mit aller Deutlichkeit zum Ausdruck: Die Gemeinden erwarten von der Regierung eine klare Haltung, ohne jede Kompromissbereitschaft. Dies vor allem bei der unsäglichen Doppelbelastung für das Surbtal. Beim künftigen Flugregime gehen alle Nachtabflüge ab 22 Uhr via Surbtal in den Himmel.
Gleichzeitig droht derselben Region der gekröpfte Nordanflug von 6 bis 7 Uhr am frühen Morgen. «Eine solche Doppelbelastung gibt es nirgends sonst, das wird man konsequent bekämpfen müssen», erklärt Beyeler.
Noch kein Entscheid der Regierung
Seine Kollegin und die Kollegen wird er erst noch überzeugen müssen, denn: «Die Regierung hat sich noch nicht damit beschäftigt», sagt der federführende Departementschef im Dossier Fluglärm. Beyeler rechnet aber fest damit, der Aargau werde auf einer klaren Position beharren. Neben dem neu belärmten Surbtal und der im SIL-Bericht wieder aufgetauchten Route Surbtal-Aarau geht es auch um den Schutz der Region Mutschellen vor immer mehr Abflügen.
Die Pläne gehen von einem weiteren Wachstum des Flughafens aus, von derzeit 265 000 Flugbewegungen im Jahr auf mögliche 320 000 mit den heutigen Pisten oder auf 360 000 mit Optimierungen und einer Pistenverlängerung.
Keine Lärmüberschreitung am Tag
Die hervorragende Kenntnis der komplizierten Dossiers verdankt der Aargau den seit Jahren tätigen Fachleuten. Fluglärm-Projektleiter Hans-Martin Plüss zeigte, dass es gestützt auf die gesetzlichen Werte tagsüber keine Überschreitungen der Grenzwerte gibt. Dabei ist es überhaupt nicht relevant, ob dennoch Tausende den Lärm als übermässig störend empfinden.
Das nächste Mal im Surbtal
Vom gekröpften Nordanflug und vom Nachtabflug ab 22 Uhr wäre das Surbtal am schlimmsten betroffen. Darum wollte der Kanton die Gemeinden in dieser Region informieren. Nach Kritik aus Lengnau am Baudepartement führte dieses den Anlass auf dem Mutschellen. Und so mussten die Surbtaler für die Information zum Gekröpften gekröpft nach Widen fahren. Schliesslich lobten sie den heldenhaften Fluglärmkampf der Regierung in den höchsten Tönen. Was schliesst man daraus? Nächstes Mal sicher im Surbtal! (Lü.)
In der Nacht kommt es wegen weniger Starts der lauten A320 der Swiss neben Schneisingen auch für Lengnau und Siglistorf zu Planwert-Überschreitungen. Das hat grosse Nachteile für deren Entwicklung.
Im Aargau glaubt heute niemand daran, die Deutsche Verordnung (DVO) mit den Überflug-Verboten am frühen Morgen und am Abend könnte mittelfristig aufgehoben werden. Der Bund und der Kanton Zürich hoffen weiterhin darauf, das Bazl plant bei den drei Haupt- und den zwölf Untervarianten entsprechend. Während der Nachtzeit wird sich die Zahl der Abflüge laut Kantonalplaner Leonhard Zwiauer mindestens verdoppeln.
Eigene Kontrolle in Bellikon
Weil sich der Aargau auf eigene Zahlen abstützen will, hat der Kanton in Bellikon eine von Zürich unabhängige Messstation aufgebaut. Über die Auswertung des ersten Messjahres lieferte Projektfrau Karin Ammon spannende Zahlen. Von den 45 000 Überflügen waren 96 Prozent Abflüge. Im Monatsmittel sind 3700 Flieger registriert worden oder 123 pro Tag.
Der maximale Lärm erreichte 81,8 dB(A) - aber das bedeutet nichts, weil über das ganze Kalenderjahr gemittelt wird. Fazit von Karin Ammon: Von 5 bis 23 Uhr werden die Grenzwerte eingehalten, von 23 bis 24 Uhr wird der Wert genau erreicht. Entscheiden wird die Auswertung für das Kalenderjahr. Klare Forderung auch hier: Die Flieger müssen steiler steigen, dann machen sie im Aargau weniger Lärm.
Quelle: Aargauer Zeitung
Letztes Update: 04.09.09, 19:16 Uhr








