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Baden - Neuenhof: Mit einer Volksinitiative doch noch zum Zusammenschluss?

FDP Baden
FDP Baden

Eine Gruppe von fünf Personen will eine Volksinitiative lancieren, damit die Gemeindefusion zwischen Baden und Neuenhof nochmals vors Volk kommt. Was halten Sie davon?

Eine Gruppe von fünf Leuten will es nicht beim knappen Nein vom 13. Juni bewenden lassen. Der Zusammenschluss soll Ziel bleiben. Und das will man jetzt per Volksinitiative erreichen.

Roman Huber

Am 13. Juni haben von knapp 44% aller Stimmberechtigten 2443 Nein, 2396 Ja zum Zusammenschluss mit Neuenhof gestimmt. Damit wurde eine Fusion per 1.1.2012 abgelehnt. Nun soll sie aber per 1. 1. 2014 stattfinden. Dieses Ziel steuert eine Gruppe an, die nach dem Badener Nein einen neuen Anlauf für notwendig erachtet. Dass sich allenfalls eine weitere Gemeinde dazugesellen soll – von den Neuenhof-Gegnern oft genannter Lieblingskandidat ist Ennetbaden –, sei heute weder ein Thema noch vordringlich.

Knapper Ausgang verpflichtet

«Der äusserst knappe Ausgang der Abstimmung vom 13. Juni legitimiert, ja verpflichtet uns, einen zweiten Anlauf zu nehmen», erklärt Matthias Bernhard. Neben dem Präsidenten der FDP Baden gehören Erich Obrist (Einwohnerrat der SP), Fred Hofer (Unternehmer in Baden, wohnhaft in Neuenhof), Oskar Matter (Betriebsökonom, ehemals FDP-Einwohnerrat) sowie Ruedi Leder (Kommunikationsspezialist) einer Kerngruppe an. Sie sind sich alle einig, dass dieses Nein nicht nur für Neuenhof, sondern auch für die Stadt Baden und die Region schlecht sei. Die Kerngruppe hatte sich nach dem 13. Juni schnell gefunden und sich bereits über das weitere Vorgehen beraten.

«Was tun? Nichts tun? Wie rasch und auf welchem Weg? – Mit diesen Fragen haben wir uns zuerst beschäftigt», erzählt Bernhard. Die Antwort habe man schnell gefunden: «Der beste Weg ist jetzt eine Volksinitiative. Und wir müssen mit Freude und Lust dahinter», fügt Bernhard an. Damit meint er, dass man aus gemachten Fehlern lernen und diesmal besser auf die schlechten Gefühle eingehen müsse.

24 Gespräche zu wenig

«Wir müssen mit der Bevölkerung noch mehr Gespräche führen», sagt Bernhard. Nur so würden sich diejenigen Leute mit der Sache auseinandersetzen, die sonst einfach Nein stimmen würden. Vor allem die jungen Leute wolle man erreichen. Bei ihnen habe man betreffend Finanzen und Ausländer öfter unkorrekte Aussagen gehört, die nach Aufklärung verlangen.

Hätten all die Politikerinnen und Politiker, die sich hinter den Zusammenschluss stellten, sich stärker im Abstimmungskampf engagiert, hätte man die 24 notwendigen Nein-Stimmen für ein Ja umkehren können. Laut Bernhard sei es sehr wichtig, dass man sich weiter mit dem Thema auseinandersetze: «Wir müssen diesmal auch die Gegner dazu bringen, sich der öffentlichen Diskussion zu stellen.» Ihr Flugblatt habe viele Stimmberechtigte verunsichert, ist Bernhard überzeugt. Solche irreführenden Argumente dürfe man kein zweites Mal so stehen lassen.

Die Kerngruppe will mit der Volksinitiative starten, sobald die Ergebnisse der Umfrage vorliegen, welche die Stadt betreffend eines Zusammenschlusses im Juli durchführen lässt. Das heisst September/Oktober. «Ziel ist es dann, mehr Unterschriften zu sammeln, als es Nein-Stimmen an der Urne hatte», sagt Bernhard. Die Kerngruppe hoffe, dass die neue Vorlage zur Gemeindereform etwas Rückenwind gebe. Doch man wisse, dass viel Knochenarbeit warte.


Quelle: Aargauer Zeitung

Letztes Update: 16.07.10, 22:25 Uhr

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22 Kommentare zum Thema:
Anonymer User: Bertschi
17.07.10 13:08 Uhr
Ich finde man sollte das Abstimmungsresultat respektieren. Die Badener haben NEIN gesagt. Und dabei soll es bleiben. Diese Leute sind eben schlechte verlierer....
Snuge
08.07.10 09:52 Uhr
Ist das nicht interessant? Bisher war es nur der BR oder die Parlamentariere, die nicht verstehen konnten, dass der Stimmbürger eben anderer Meinung ist, als sie.
Nun fängt der Badener Stadtrat auch noch so an!
Da ich erstens sowieso etwas gegen diese ewige "Fusionitis" und zweitens etwas gegen eine solche von oben aufdoktrinierte habe, würde ich wie die Badener stimmen.
Zudem kann ich sie verstehen, dass sie nicht die "Sünden" der Neuenhofer ausbaden wollen.
Anonymer User: Gemein
28.06.10 17:32 Uhr
@snuge, das ist unsolidarisch .... hier handelt es ich um eine Feuerwehrübung, Enttäuschung kann ich mir sehr gut vorstellen, bei sowenig Nein Stimmen, im Regen stehen gelassen, So denke ich wird es nie weiter gehen,, Solides Fundament der Demokratie ohne Solidarität nicht lebbar,
Und morgen könnt es mich selbst treffen - unschuldig und dann?? Ohne Empathie schaffen wir es NIE!
Anonymer User: Kurt Zerzawy
28.06.10 16:37 Uhr
Ich bin auch auswärtiger "Papierli"-Neuenhofer und ich möchte Herrn Benz gratulieren zu seinem Mut, den Stier bei den Hörnern zu packen und wünsche ihm sehr viel Glück beim Gelingen des Plans. Mit der Nähe zur Autobahn und zu Zürich hat Neuenhof sehr gute Voraussetzungen, für Firmen interessant zu werden. Dass es auch für Private interessant ist sieht man ja an der Bautätigkeit. Nochmals Viel Glück
Snuge
28.06.10 13:16 Uhr
Ich glaube kaum, dass jemand, der es sich leisten kann an einem schönen Ort zu wohnen, nach Neuenhof zieht. Liebe Neuenhofer, habt Ihr Euch Eure Gemeinde schon mal angesehen? Also, wenn ich mir mir ein schönes, grosses Haus leisten kann, "stelle" ich es sicher nicht zwischen die Neuenhofer Betonburgen! Ich glaube, der Schuss geht nach hinten los. Ich hoffe, Ihr habt einen Plan B, wie Ihr den Schuldenberg dann wieder saniert.
Anonymer User: Kritik ist fehl am Platz
28.06.10 11:24 Uhr
Das Volk nimmt die Sache selbst in die Hand Feuerwehrübung, ob es gelingt ist eine zweite Frage, eine zentrale Frage stellt sich jeden Tag.

sind WIR das einfache Volk überhaupt REIF dir, Demokratie zu leben? Wissen wir überhaupt wie Demokratie funktioniert?
Wissen wir was es heisst EigenVerantwortung zu übernehmen, viel Geld durchzuwinken an der Gmeind, und damit den RAT aus der Verantwortung zu entlassen, Schuld hat nachher immer das Volk - demokratischer Entscheid, Handlunsbedarf ReFORM!
Anonymer User: Blaser Heinz,Im Graben 4, 5400 Baden
24.06.10 12:27 Uhr
Ich wohne seit über 30 Jahren in Baden und lebe für die ganze Region Baden und angrezende Gemeinden. Das mit Neuenhof tut mir weh,das hat Neuenhof nicht verdient und das nur weil der Kanton einen überfüllten Finanzausgleichtopf hat und das Dank Baden zum überlaufen kommt. Die Kantonsregierung war nicht in der Lage dem Stimmvolk von Baden eine faehre korrekte Information zu geben, was vom Kanton zu erwarten ist, bei einer Fusion mit Neuenhof und eine wo Hände und Füsse hat und keine Schauklerei
Anonymer User: grosse Politik macht vor.
24.06.10 10:53 Uhr
Schutthaufensanierung durch Steuersenkung.. so will es die gelb-schwarze Regierungs-Koalition in Deutschland, damit hat sie gewonnen, und wo stehen sie heute mitten im grössen Scherbenhaufe - Regierungskrise.. so geht es eben nicht, wenn die Schere zwischen Arm und Reich sich immer mehr öffnent, wenn Lohnexzesse weiter politisch gefördert anstatt gestoppt werden, dann platzt die näöchste Blase, Das LOCH im Fundament wächst gigantisch.. aus den Augen aus dem Sinn, bis zum bittern Einsturtz!
JackPfote
24.06.10 00:40 Uhr
Schlieren - Dietikon - Spreitenbach - Neuenhof. Das «Ausland» kommt immer näher nach Baden. Wer zieht denn noch in solche Gemeinden?
Snuge
23.06.10 16:20 Uhr
Lasst doch die Neuenhofer! Sie dürfen nur dann nicht erwarten, dass andere die Suppe auslöffeln, die sie sich eingebrockt haben.
Ich kann die Badener verstehen. Die haben doch keine Lust, die Misere in die Neuenhof sich gebracht hat, auszubaden. Natütlich waren die Neuenhofer für eine Fusion - die sind ja nicht dumm, sie hofften doch auch, dass ihnen Baden aus der Patsche hilft. Aber dass die Badener daran kein Interesse haben, sollte man verstehen.
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