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Aargauer Bed and Breakfasts spüren den Aufwind
Im Jahr 2008 hat die Zahl an Bed and Breakfast-Übernachtungen in der Schweiz um einen Drittel zugenommen. Auch der Kanton Aargau spürt diesen Aufwärtstrend.
Franziska Herren
Der Aargau ist nicht die populärste Tourismusdestination der Schweiz. Dies beweist bereits der Umstand, dass in den Büros des Aargau Tourismus an diesem hochsommerlichen Montag kein einziger Mitarbeiter anwesend ist. «Die Touristen gehen nicht in den Aargau», sagt auch Dorette Provoost, Co-Geschäftsführerin von Bed and Breakfast Switzerland. Daher boome das Geschäft mit den 41 Aargauer BnB's weniger stark als beispielsweise im Wallis oder in der Genferseeregion. Doch auch der Aargau spüre den Aufwärtstrend bei den B&B-Übernachtungen. Dies insbesondere, weil das Absteigen in kleinen privaten Herbergen auch bei Geschäftsleuten oder Durchreisenden beliebt sei, wie Provoost ausführt.
Budget spielt eine wichtige Rolle
«BnB's werden weltweit immer bekannter. Viele Leute schätzen es, Land und Leute auf diese Art des Übernachtens besser kennenzulernen», sagt Provoost. Eine Rolle spiele auch ganz klar der Preis. «Die Leute schauen aufs Geld. Günstige Übernachtungen sind ein Bedürfnis», sagt Christa Stoller vom «Haus Stoller» in Rothrist. In ihrem Bed and Breakfast kann eine Person für 45 Franken exklusiv Frühstück übernachten. Ihre Herberge betreibt die 75-Jährige seit eineinhalb Jahren und gelaufen sei das Geschäft von Anfang an sehr gut. Im Sommer sei Hochsaison. «Doch heute Abend will ich niemanden beherbergen. Ich will nicht immer Gäste haben». Zu ihren Besuchern zählen Geschäftsleute und Durchreisende. An erster Stelle seien dies Schweizer, gefolgt von Deutschen, Holländern und Rumänen.
Logieren zwischen Hühnern und Kühen
Im neusten BnB der Schweiz sind die Besitzer ebenfalls zufrieden mit dem Geschäftsgang. «Für August sind wir bereits ausgelastet», sagt Marianne Werder, die seit Anfang Juli das an einen Bauernhof angegliederte 4-Sterne-BnB «Firsthaldenhof» in Endingen betreibt. «Bei uns laufen Hühner frei herum und es grasen Kühe auf der Weide», sagt Marianne Werder. Der Bauernhof sei besonders für Familien eine Attraktion. Und für die Werders ergibt sich aus dem Geschäft mit den Übernachtungen ein Zusatzverdienst. Doch nicht nur das: «So kommen wir in Kontakt mit anderen Leuten. Wir können ja so selten in die Ferien fahren», sagt Marianne Werder. Sie führt die Tradition ihrer Eltern fort, die zuhause auch schon Feriengäste beherbergt haben.
Luxusvariante in Auenstein
Die Organisation «Bed and Breakfast Switzerland» besucht jedes einzelne BnB zwecks Qualitätskontrolle. Die Klassifizierungskategorien umfassen einfache, aber auch luxuriös ausgestattete Zimmer. Die höchste Kategorie von 5 Sternen erhält nur, wer eine herausragende und exklusive Infrastruktur, grosszügiges Flächenangebot, stilvolle und luxuriöse Ausstattung mit allem technischen Komfort und ein luxuriöses Badezimmer sowie ein reichhaltiges Frühstücksbuffet mit regionalen oder selbstgemachten Produkten anbieten kann. Mit einem Preis von 140 Franken für eine Übernachtung pro Person, bewegt sich das Bed and Breakfast «Casa Mariposa» vom Ehepaar Menzi aus Auenstein im Luxussegment. «5-Sterne-BnB's gibt es wenige in der Schweiz», sagt Anita Menzi.
«Wir sprechen eine besonderes Klientel an», erklärt Menzi. Gerade Geschäftsleute würden ihr Angebot schätzen. «Wir könnten wohl eine Auslastung von 100 Prozent erreichen», sagt Menzi. Doch sie lehne häufig ab, weil, «das BnB nicht nur Pflicht sondern auch Plausch sein soll.» Doch auch das «Casa Mariposa» bekommt zu spüren, dass immer mehr Leute auf das Portemonnaie schauen. «Gewisse Firmen fragen bei uns nicht mehr an, oder es kommt vor, dass uns Leute absagen, sobald sie unsere Preise kennen».
Quelle: a-z.ch News
Letztes Update: 14.07.09, 07:34 Uhr
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