Bahai feiern Neujahr am Frühlingsanfang
vom 22.03.09Hier publizieren Organisationen (Vereine, Schulen, Parteien, Kirchen und weitere Institutionen) Texte und Bilder über ihre vergangenen Veranstaltungen und Anlässe.
Auszüge daraus können im Regionalteil der Aargauer Zeitung erscheinen.
Gut fünfzig Anhänger der jüngsten Offenbarungsreligion trafen sich in der Aarauer Telli zur "Naw Ruz"-Feier
Bahai feiern Neujahr am Frühlingsanfang Gut fünfzig Anhänger der jüngsten Offenbarungsreligion trafen sich in der Aarauer Telli zur "Naw Ruz"-Feier
Bahai und Nicht-Bahai aus dem Aargau und den angrenzenden Kantonen, Erwachsene und etliche Kinder, trafen sich in der Telli, Aarau, um das Neujahrsfest gemeinsam zu begehen. Im Bahai-Glauben fällt "Naw Ruz" (persisch für Neujahr) auf die Frühlings-Tag- und Nachtgleiche am 21. März. Das Fest beendet gleichzeitig die 19-tägige Fastenzeit, welche die Bahai jeweils im Frühling einhalten. Nach einer musikalischen Eröffnung durch das Ehepaar Myriam und Andreas Sauter mit Klarinette, Gesang und Gitarre wurden die Teilnehmer Zeuge einer berührenden Andacht mit gesungenen Gebeten und Versen aus den heiligen Schriften des Bahai-Glaubens.
Sein Stifter Baha'ullah unterstreicht den göttlichen Ursprung aller Offenbarungsreligionen und sieht die früheren Gottesboten (Moses, Muhammad, Christus, Buddha, Zoroaster) als gleichwertige Lehrer einer einzigen fortschreitenden Gottesoffenbarung an.
Das aktuelle Zeitalter sei das Zeitalter der Einheit, lehrt Baha'ullah. Als er vor 150 Jahren in Persien (Iran) die Einheit von Wissenschaft und Religion sowie die Gleichstellung von Mann und Frau verkündete, wurde er wegen seiner revolutionären geistigen Prinzipien gefoltert und verbannt. Nichtsdestotrotz haben sich seine Lehren in alle Kontinente verbreitet, und seine Anhänger, die Bahai leben das Prinzip der Einheit der Menschheit: "Ihr seid die Früchte eines Baumes und die Blätter eines Zweiges, die Tropfen eines Meeres und die Wellen eines Ozeans."
Vorbereitet wurde die Feier in Aarau durch die Bahai-Gruppe Olten. Die Bahai kennen keine Priester oder Geistliche, erklären Werner und Doris Menzi-Jäggi. "Jeder Mensch soll selber nach der Wahrheit suchen." Auf die Frage, warum er dem Bahai-Glauben beigetreten sei, sagt Werner Menzi: "Einerseits gibt der Bahai-Glaube Antwort auf meine persönlichen Sinnfragen, zum andern hält er Perspektiven bereit für die Entwicklung der gesamten Menschheit." Seine Frau Doris, eine ehemalige Nonne, ergänzt: "Erst durch die Bahai-Lehren haben für mich alle Religionen ihren gleichwertigen Platz und Stellenwert erhalten. Zudem gefällt mir der konkrete Heilsgedanke, dass diese irdische Welt nicht "verloren" ist, sondern eine durchaus konkrete Perspektive hat."
Im zweiten Teil der Feier standen fröhliche Spiele, bei denen es nur Gewinner und viel zu lachen gab. Rührend auch die Darbietung der Kleinsten, die mit einem Lied vor die versammelten Eltern und Gäste traten. Schliesslich wurden Jung und Alt mit einem köstlichen Dessertbuffet verwöhnt. Christoph Baumann, Geschäftsführer der unabhängigen Religionsplattform inforel.ch, der das Fest als Gast mit seiner Kamera begleitete, zeigte sich von der Freundlichkeit und Gastfreundschaft der Bahai berührt und beeindruckt. (mrz)






