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Winterschutz von Pflanzen: Tipps

Immer wieder ärgert man sich über sogenannt «winterharte» Pflanzen, die während des Winters eingehen. Was ist der Grund? Und wieviel Winterschutz brauchen sie?

Viele Pflanzen sind absolut frosthart, selbst in Wintern mit Minustemperaturen bis zu 25 Grad Celsius. Es gibt aber auch Softies, die lange und extreme Kälteperioden nur bedingt überstehen. Sie benötigen unsere Hilfe in Form von Winterschutz.

Winterhart? Oder eher Softie? Finden Sie heraus, wer Winterschutz braucht!

Es gibt «harte Kerle» unter den Pflanzen, die sogar Minustemperaturen bis zu 25 Grad Celsius aushalten. Bild © www.hauenstein-rafz.ch

Pflanzen können aus unterschiedlichen Gründen Probleme mit grosser und lang anhaltender Kälte haben. Da spielt z.B. die Pflanzenart eine Rolle, dann aber auch der Standort im Garten. An windgeschützter Lage z.B. überleben Pflanzen besser als an Standorten, die dem Wind (Bise) ausgesetzt sind; und im feuchten Seeklima kann Kälte grösseren Schaden anrichten als in trockenen Gebieten. Je älter zudem Baum, Busch oder Strauch sind, desto widerstandsfähiger sind sie. Fragen Sie im Zweifelsfall den Profi, was Sie Ihren Pflanzen im Winter zumuten können und wieviel Winterschutz sie allenfalls benötigen.


Laub, Mulch und Stroh schützen den Wurzelbereich

Ob Sträucher, Büsche oder Bäume: Im Zweifelsfalle empfiehlt sich der Schutz des Wurzelbereichs. Dafür eignen sich z.B. Falllaub, Mulch und Stroh, die man grosszügig um die Pflanzenbasis herum verteilt. So sind nicht nur die Wurzeln geschützt, sondern auch die untersten Triebe. Laub, Mulch und Stroh sind ein guter Winterschutz, weil sie eine ausgezeichnete Isolationswirkung haben. Stroh hat höchstens den Nachteil, dass seine Farbe sehr hell ist, was manche als unschön empfinden. Tipp: Beschweren Sie diese Materialien mit Tannenreisig, sonst fliegen sie mit dem ersten Sturm davon.


Reisig schützt die Pflanzen und ist ein guter Winterschutz

Um Pflanzen vor Wintersonne und kalten Winden zu schützen, eignet sich Deckreisig (Tannenzweige). Legen Sie Äste über niedrige Pflanzen oder lehnen Sie sie bei grösseren seitlich an. Fall Sie sie nur anlehnen, sollten Sie die Äste mit einer Schnur stabilisieren. In beiden Fällen reduzieren Sie die für die Pflanzen schädlichen Temperaturschwankungen. Entfernen Sie das Deckreisig vor dem Austrieb im Frühling.


Jute schützt Stämme und dicke Äste

Spannungsrisse an Baumstämmen und dicken Ästen entstehen, wenn die Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht sehr hoch sind (z.B. Frost während der Nacht und intensive Sonneneinstrahlung tagsüber). Auch da ist Winterschutz ein Thema. Durch das Umwickeln von Stamm und dicken Ästen mit Jutebändern vermindern Sie das Aufheizen am Tag und die dadurch entstehende Ausdehnung der Rinde.


Pflanzen können auch im Winter vertrocknen

Bald kommt der Winter. Höchste Zeit, Garten- und Kübelpflanzen darauf vorzubereiten. Bild © www.hauenstein-rafz.ch

An sonnigen Tagen verdunsten immergrüne Pflanzen über ihre Blätter oder Nadeln auch im Winter Wasser. Da Boden und Wurzeln aber gefroren sind, können sie von da kein oder nur wenig Wasser aufnehmen. Deshalb vertrocknen sie, wenn sie von uns kein Wasser erhalten. Das sollten wir allerdings nur tun, wenn die Sonne stark scheint, die Erde NICHT gefroren ist und die Pflanzen trocken stehen. Bei Kübelpflanzen helfen Wasserstandsanzeiger; bei im Garten eingepflanzten Sträuchern, Bäumen usw. kann man die Verdunstung durch Schattieren der Pflanzen mit Tannenzweigen einschränken. Irrtümlicherweise werden Winterschäden oft mit «erfroren» diagnostiziert, obwohl die Pflanzen im Grunde genommen vertrocknet sind.


Winterschutz für Kübelpflanzen

Weil Kübelpflanzen in relativ wenig Erde eingepflanzt sind und diese rasch durchfrieren kann, ist die Winterhärte von «frostharten» Kübelpflanzen ein heikles Thema. Halten Sie sich deshalb punkto Winterschutz an folgendes Vorgehen:

  1. Verwenden Sie im Aussenbereich ausschliesslich winterharte Gefässe.
  2. Kontrollieren Sie Kübelpflanzen im Herbst auf Schädlingsbefall. Behandeln Sie diesen, falls vorhanden.
  3. Stellen Sie die Kübelpflanzen an einen schattigen, geschützten Ort (z.B. Hauswand).
  4. Wässern Sie die Pflanzen, bevor Sie sie winterfest machen, und lassen Sie sie gut abtropfen.
  5. Um Staunässe zu vermeiden, stellen Sie die Töpfe auf zwei Hölzer.
  6. Umwickeln Sie Hochstämme mit einem Juteband, um sie vor Frostrissen zu bewahren.
  7. Schützen Sie Kronen durch ein dünnes Vlies, damit sie Wind, Sonne, Regen und Schnee nicht so ausgesetzt sind.
  8. Bedecken Sie die Erde mit einer Kokosmatte, um den Frost abzuhalten und den Regen trotzdem durchsickern zu lassen.
  9. Ummanteln Sie die Gefässe mit Luftpolsterfolie, Wintervlies, Kokosmatte o.ä., um den Wurzelbereich zu isolieren.

Und noch etwas: Je grösser die Gefässe der Pflanzen, desto besser ist ihre Widerstandsfähigkeit gegen Frost und schnellen Temperaturwechsel. Ein Video zum Thema sehen Sie hier.


Hässliche Vliese, Noppenfolien usw. kann man aufhübschen

Der winterliche Schaugarten des Garten-Centers Hauenstein in Rafz zeigt, wie attraktiv Pflanzen während des Winters aussehen können. Bild © www.hauenstein-rafz.ch

Die optisch nicht eben attraktiven Wintervliese und Noppenfolien in Zusammenhang mit dem Winterschutz kann man mit erdfarbenen oder bunten Materialien kaschieren. Mittlerweile gibt es bedruckte Vlieshauben, verschiedenfarbige Juteüberzüge und sogar schöne Kordeln, Bänder und Maschen.

Im Übrigen kann man die Winterhärte von Pflanzen beeinflussen. Stichworte sind hier Standort, Bodenbeschaffenheit usw.